Öffentliche Gemeinschaftsgärten in der Klima- und der Corona-Krise

Campusgarten FH Potsdam

„Die Stadt ist unser Garten!“
Die Wahrnehmung öffentlicher Grünflächen hat sich während der drei zurück liegenden außergewöhnlich trockenen Sommer erheblich verändert. Einen Bedeutungszuwachs erfahren öffentliche Grünflächen auch im Zuge der Corona-Pandemie. Als öffentliche Orte kombinieren städtische Gemeinschaftsgärten die Aufenthaltsmöglichkeiten für PassantInnen mit den aktiven Nutzungsmöglichkeiten von privaten Gärten. Gerade in Krisenzeiten appellieren Gemeinschaftsgärten an die Selbstwirksamkeit und die Basiskräfte nachbarschaftlicher Gemeinschaften.

Im Frühjahr 2020 konnten wir zweimal mehr neue BeetpatInnen aufnehmen als in den vergangenen Jahren. Nach der Corona-bedingten Auszeit nahm die Bedeutung des Campusgartens als Kommunikationsort ganz neu zu, da hier an der frischen Luft, unter freiem Himmel und mit genügend Abstand wieder verantwortbar Treffen stattfinden und Gemeinschaft ermöglicht werden konnten. Neben den bisherigen Nutzergruppen der PassantInnen, FH-Angehörigen, Familien und SeniorInnen entdecken zunehmend auch die Jugendlichen aus der Nachbarschaft den Campusgarten.

Als Reaktion auf die besorgniserregende klimatische und gesundheitliche Situation möchten wir die Erfahrungen mit dem Campusgarten der vergangenen Jahre nutzen und die klassischen Hochbeete zu „Kommunikations-Inseln“ weiter entwickeln. Dachbespannungen sollen Witterungsschutz bieten und die Aufenthaltsmöglichkeiten erweitern. Weiterhin wollen wir wassersparende Hochbeete konstruieren, die sowohl überschüssiges Gießwasser als auch Regenwasser auffangen können. Wir sehen darin ein Modell auch für andere Stadtteile. Danke für Ihre/Eure Stimme!